Es ist nachts 02:03 Uhr. Statt im Zelt sit­ze ich am Schreibtisch. Und suche nach einem hip­pen Einstiegssatz für die­sen Beitrag. Ein Zitat. Irgendwas mit Harz-Camping. Doch wozu? Nur um dir die kom­men­den Zeilen schmack­haft zu machen? Nö! Heute mal nicht.

Das hier ist mein 100. Blogbeitrag. Ein Meilenstein. Und den möch­te ich mei­nem klei­nen Sohn wid­men. Nicht um das Herz der weib­li­chen Leser zum Schmelzen zu brin­gen — was natür­lich ein Leichtes wäre. Nein! Einfach weil ich zei­gen möch­te, dass man für das gro­ße Abenteuer nicht um die hal­be Welt rei­sen muss. Oft liegt es direkt vor der Haustür. In mei­nem Fall der Harz. Nothing spe­cial; und den­noch beson­ders.

Weg zur Feuersteinklippe in Schierke

EXIF-Daten? iPhone 11. Echte Kameras braucht ja lei­der nie­mand mehr […]

So. Nun sind wir doch wie­der beim feh­len­den Einstiegssatz. Mit zeit­li­chem Verzug. Aber bekannt­lich gilt: ich schwei­fe in mei­nem Blog mehr ab als der klei­ne Neo weiß. So heißt natür­lich nicht mein Sohn. Gemeint ist der Komet Neowise. Aber kom­men wir lie­ber zum Punkt. Auch wenn Sterne durch die Erdrotation beim Fotografieren eben­falls abschwei­fen.

Worum geht es in diesem Beitrag?

Heute neh­me ich dich (mal wie­der) mit in den Harz. Zum Campingplatz am Schierker Stern, wo wir idyl­lisch unser Zelt auf­stel­len wer­den. Mitten im Wald. Es wird dir gefal­len. Rote Holzhütten. Schlittenhunde. Alles erin­nert ein wenig an Skandinavien.

Natürlich geht es auch um Fotografie. Vom Campingplatz aus­ge­hend, wer­den wir drei Fotospots rund um den Ort Schierke abklap­pern. Wir wan­dern zur Feuersteinklippe, foto­gra­fie­ren die Holzkirche in Elend und natür­lich auch die Brockenbahn. Ein Mikro-Abenteuer an einem Wochenende. Für Kinder, für Eltern, für jeden der Freude an der Natur hat.

Kleiner Fun Fact: Ich habe mir einen Roller gekauft. Hat nichts mit Fotografie zu tun, stei­gert aber das Abenteuer-Feeling. Vor allem wenn man mit sei­nem Sohn auf Tour geht.

Honda Forza 125

Modell: Honda Forza 125 (BJ 2020). Solche Leichtkrafträder darf man seit Dezember 2019 mit ein paar Auflagen mit dem nor­ma­len PKW-Führerschein fah­ren. Details sie­he Blogbeitrag: A1-Motorräder mit Autoführerschein fah­ren

Und in den Roller passt eine Menge Gepäck rein: Der Foto-Rucksack. Das Zelt. Zwei gro­ße Schlafsäcke. Isomatten und alles was man sonst noch braucht: Salzbrezeln z.B. 🙂

Honda Forza 125 mit Gepäck

Auf gehts zum Camping in den Harz!

Harz-Camping am Schierker Stern

Die Zeitschrift GEO hat kürz­lich (okay, es ist fünf Jahre her) zehn sen­sa­tio­nel­le Zeltplätze in Deutschland vor­ge­stellt. Mit dabei — völ­lig zu recht — ist der Campingplatz am Schierker Stern. Am Fuße des Brockens ist er der höchst­ge­le­ge­ne Campingplatz im Harz. Er befin­det sich kurz vorm Ortseingang Schierke, direkt an der Abfahrt nach Elend. Ganzjährig geöff­net ist er ein idea­ler Ausgangspunkt für Harz-Abenteurer.

Der Campingplatz bie­tet Stellplätze für 40 Wohnmobile und etwa 30 Bergzelte. Im Hauptgebäude befin­det sich ein Gemeinschaftsraum mit Küche. Die Sanitäranlagen sind sehr sau­ber. Es gibt sogar eine fin­ni­sche Faßsauna. Und kos­ten­frei­es WLAN, für alle die ver­geb­lich nach LTE-Empfang im Harz suchen 😉

Zelten auf dem Campingplatz am Schierker Stern

Wir waren bereits 3x am Schierker Stern zel­ten. Es ist wun­der­schön. Zwischen rie­si­gen Bäumen. Mit Blick zum Brocken. Mitten in der Natur. Kein Massentourismus.

Aber Achtung: Fürs Zelten ist eine Vorbestellung lei­der nicht mög­lich, weil der Zeltplatz nicht par­zel­liert ist. Wer auf Nummer sicher gehen will, der reist gegen 13 Uhr an, um einen Stellplatz zu ergat­tern. Wobei das Limit eher der Parkplatz fürs Auto ist, nicht der Platz fürs Zelt. Klarer Vorteil für Rollerfahrer.

Zelt auf dem Campingplatz am Schierker Stern in Harz

Die skandinavischen Hütten

Wer es bevor­zugt in einem Bett zu schla­fen (z.B. dei­ne Frau, die lei­der nicht aufs Zelten steht?), kann eine der bei­den skan­di­na­vi­schen Holzhütten mie­ten. Für 25 EUR pro Nacht (+ 5 EUR pro Person). Ausgestattet sind sie mit zwei Doppelstockbetten und einer klei­nen Terrasse mit Sitzecke. Die Hütten sind elek­trisch beheiz­bar, eig­nen sich also auch in den käl­te­ren Jahreszeiten (#frost­beu­le). Soweit ich weiß, kann man die Hütten aber nur mit einem Mindestaufenthalt von 3 Nächten buchen.

Skandinavische Holzhütten am Campinplatz Schierker Stern im Harz

Die Schlittenhunde

Für das letz­te Quäntchen Norwegen-Feeling sor­gen die Schlittenhunde, im Gehege neben den Holzhütten. Sie sind sehr zahm (so lan­ge man nicht zu ihnen ins Gehege steigt) und las­sen sich strei­cheln. Eine ech­te Attraktion für Kinder.

Schlittenhunde am Campinplatz Schierker Stern im Harz

Doch wir sind nicht nur wegen dem Campingplatz hier. Wir wol­len im Harz foto­gra­fie­ren gehen. Genau das machen wir jetzt auch.

Fotospots in der Region Schierke

1. Die Holzkirche in Elend

Rund zwei Kilometer vom Campingplatz ent­fernt liegt die Holzkirche in Elend. 1897 gebaut, steht sie auf einer gro­ßen Wiese, neben zwei uralten Eichen. Mit 5×11 Metern Fläche soll sie die kleins­te Holzkirche Deutschlands sein.

Holzkirche in Elend

Mein Sohn ist begeis­tert und möch­te sie sofort foto­gra­fie­ren. Mittlerweile hat er mei­ne Sony RX100 geerbt, weil ich statt­des­sen fast nur noch mit dem iPhone foto­gra­fie­re (Schande auf mein Haupt). Trotzdem ist die RX100 nach wie vor eine tol­le Kamera. Und ein idea­ler Einstieg für Kinder. Handlich, klein und leicht. Inklusive Klappdisplay und einem ech­ten opti­schen Zoom.

Und damit nimmt der Ausflug einen Workshop-Charakter an. Ich erklä­re mei­nem Sohn, dass es neben der Brennweite vor allem wich­tig ist, beim Fotografieren einen pas­sen­den Vordergrund zu fin­den.

Holzkirche in Elend fotografieren

Und dar­an hält er sich. Er nimmt die Regel sehr genau! Stolz prä­sen­tiert er mir sein fina­les Foto […]

Heuschrecke im Harz

Statt der Kirche hat er eine Heuschrecke foto­gra­fiert (oder ist das ein Heupferd?). Gut. Nennen wir es künst­le­ri­sche Freiheit 🙂

2. Die Feuersteinklippe

Ein wei­te­rer Fotospot befin­det sich rund 15 Gehminuten vom Campingplatz ent­fernt. Die Feuersteinklippe. Sie liegt ober­halb des Bahnhofs in Schierke, wo die Brockenbahn abfährt.

Was die Klippe mit Feuer zu tun hat, ist bis­her nicht ein­deu­tig geklärt. Fakt ist aber; sie ist auf dem gleich­na­mi­gen Kräuterlikör Schierker Feuerstein abge­bil­det. Und der brennt ordent­lich 🙂

Feuersteinklippe im Harz bei Schierke

Nachdem wir vie­le Fotos aus ver­schie­de­nen Winkeln geschos­sen haben, fragt mich mein Sohn, was wir mit all den Bildern über­haupt machen wol­len.

»Naja, du kannst sie dei­nen Freunden zei­gen. Oder auf mei­nen Blog hoch­la­den. Vielleicht kauft sie sogar jemand.«

»Wie viel Geld bekommt man denn für ein Foto?«, möch­te mein Sohn wis­sen. Wieder sind wir beim Workshop-Charakter. »Das kommt ganz auf den Zweck an«, erklä­re ich ihm. »Letzte Woche habe ich eins für 50 EUR ver­kauft.«

»So viel? Das ist ja Wahnsinn Papa«. Er über­legt kurz, was er sich davon alles kau­fen könn­te. »Aber die Bilder müs­sen auch gut sein«, rufe ich ihm zu. Doch er hört mich nicht mehr. Das nächs­te Motiv kün­digt sich laut­stark an!

3. Die Brockenbahn fotografieren

Sie ist der Klassiker im Harz. Vor allem im Winter. Doch auch heu­te, wo kein Schnee liegt, ist sie ein dank­ba­res Motiv: Die Brockenbahn. Rund um den Bahnhof Schierke bie­ten sich vie­le Gelegenheiten sie zu foto­gra­fie­ren.

Die Brockenbahn mit der Drohne fotografiert

Optimal ist, und das habe ich schon in einem ande­ren Blogbeitrag erklärt, sie auf dem Hinweg zum Brocken zu foto­gra­fie­ren. Sie wird auf dem Gipfel näm­lich ent­kop­pelt und fährt dann qua­si rück­wärts ins Tal. Dann ist sie weni­ger foto­gen.

So, genug erzählt. Das Schnaufen der Bahn ist unauf­hör­lich laut. Gleich fährt sie ins Bild. Schnell noch den pas­sen­den Bildausschnitt gewählt. Manueller Fokus (sicher ist sicher, man weiß ja wo die Bahn ins Bild fährt). Und auf die Belichtung ach­ten! Die Lok ist schwarz und bil­det einen sehr stra­ken Kontrast. Fotografierst du im A-Modus, wird das Bild ent­we­der zu dun­kel, oder die Belichtungszeit der Kamera wird (bei nied­ri­ger ISO) mög­li­cher­wei­se zu lang wer­den. Dann ist die Brockenbahn unscharf. Das wäre scha­de. Den Fehler haben wir aber alle schon gemacht. Ich gehe auf Nummer sicher und foto­gra­fie­re kom­plett im manu­el­len Modus. Hier das Ergebnis.

Brockenbahn in Schierke

Nach weni­gen Sekunden ist die Brockenbahn wie­der ver­schwun­den. Und damit endet auch die­ser Blogbeitrag.

Fazit

Wie immer bin ich vom Harz ver­zückt! Obwohl, oder viel­leicht gera­de weil ich schon so oft da war. Mit mei­nem Sohn, der mitt­ler­wei­le ein spa­ßi­ges Alter erreicht hat, macht es dop­pelt Freude. Im Zelt kom­men wir der Natur noch näher. Wir genie­ßen gemein­sam den Blick zum Brocken im Abendlicht. Die Ruhe. Die sau­be­re Luft. Das fri­sche Grün der Wiesen. Wer einen idyl­li­schen Campingplatz sucht, dem kann ich das Harz-Camping am Schierker Stern wärms­tens emp­feh­len. Gerade mit Kindern ist es ein beson­de­res Erlebnis. Und ganz neben­bei kann man die nach­fol­gen­de Generation gleich für die Kunst der Fotografie begeis­tern. Wie prak­tisch.

Ist das nicht sogar ein gutes Stichwort? Es sind doch vie­le von euch in einer ähn­li­chen Situation. Wie wäre es mit einem Fotografen-Elterntreffen beim Harz-Camping am Schierker Stern? Mit Zelt, mit Grill und Lagerfeuer. Und einer optio­na­len Wanderung zum Brocken? Challenge accep­ted?

Die Brockenbahn auf dem Weg zum Brocken-Gipfel


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