Die German Roamers haben ein Buch ver­öf­fent­licht. Wer jetzt an die Abschaffung der EU-Roaming-Gebühren denkt: fal­sches Thema! Ganz falsch. Wobei: Es geht im wei­tes­ten Sinne um mobi­le Daten – näm­lich um Fotos einer jun­gen Generation von Outdoor-Fotografen auf Instagram. Und ja; es geht auch um Gebühren. Ich beant­wor­te heu­te die Frage, ob es sich lohnt* die­ses Buch zu kau­fen.

*Kleiner Spoiler: Ja, abso­lut!

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Auf der Jagd nach dem besonderen Augenblick

Ich ste­he im Buchladen in Halle (Saale) und strei­che über die in Silber ein­ge­stanz­ten GERMAN ROAMERS Buchstaben. Sie füh­len sich wun­der­bar an. Ich schla­ge das Buch auf und blät­te­re durch die gut rie­chen­den Seiten aus mat­tem Papier. Ein sehr gelun­ge­nes mini­ma­lis­ti­sches Layout, eine tol­le Typografie und groß­ar­ti­ge Bilder. Dieser Look! Ich bin begeis­tert und ver­spü­re sofort den Drang zu neu­en Abenteuern auf­zu­bre­chen. Doch neben mir steht mei­ne drei­jäh­ri­ge Tochter und fragt, wann wir end­lich nach Hause gehen. 10 Sekunden spä­ter ste­hen wir an der Kasse. »34,90 EUR: Bitte PIN ein­ge­ben und mit grün bestä­ti­gen«. Noch nie hat mich ein Bildband so gefes­selt.

Wer sind die German Roamers?

Es ist viel­leicht nicht jedem klar: Die German Roamers sind eine Vereinigung von Fotografen, die zu ech­ten Trendsettern der moder­nen Outdoor-Fotografie gewor­den sind. Mit mehr als vier Millionen Fans auf Instagram bil­den die German Roamers ein welt­um­span­nen­des Projekt, mit gro­ßem Einfluss auf die Tourismusbranche.

Rausgehen, ent­de­cken, foto­gra­fie­ren, pos­ten

Inspiriert wur­den die German Roamers durch das Great North Collective aus Kanada. Sie alle ver­bin­det die Sehnsucht nach Draußensein, Abgeschiedenheit, Weite und Stille.

German Roamers - Deutschlands neue Abenteurer - Buchseite mit Foto vom Schrecksee

Ihr Bildstil ist unver­wech­sel­bar: nach­denk­lich, ent­sät­tigt und düster-melancholisch. Über den Fotos liegt ein blau­grü­ner Ton. Ein Moody-Look: »Reduziert und unver­kenn­bar künst­le­risch«, heißt es im Editorial.

Worum geht es in dem Buch?

Es ist ein Bildband, der bis zuletzt gut riecht. Auf 255 Seiten wer­den bekann­te und weni­ger bekann­te Fotospots aus Deutschland – in mys­ti­scher Schlechtwetterfotografie – prä­sen­tiert. Zu jedem Foto gibt es eine kur­ze Anekdote. Die Texte sind pro­fes­sio­nell und bild­lich in ihrer Wirkung. Im Kapitel »10 Fragen an …« erfährt man auch viel Persönliches über die 14 German Roamers, von denen die meis­ten noch Schüler oder Studenten sind. Lennart Pagel spricht von Framily (Friends + Family). Sie alle ver­bin­det die Liebe zur Natur, Abenteuer und Freiheit.

Wer kei­ne Motive sieht, dem hilft auch die bes­te Technik nichts

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Im Kapitel »Ein Tag mit den German Roamers« wird chro­no­lo­gisch dar­ge­stellt, wie eine Fototour bei den German Roamers aus­sieht. Interessant fand ich den Planungsansatz von Leo Thomas. Er betrach­tet nur weni­ge Fotos eines Ortes im Vorfeld, um die­sen dann mög­lichst unge­fil­tert zu erle­ben. Mehr möch­te ich an die­ser Stelle nicht ver­ra­ten, damit auch Du das Buch in Ruhe ent­de­cken kannst.

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Mein Fazit

Das Buch der German Roamers zeigt, dass »Deutschlands Landschaften viel viel­sei­ti­ger sind, als man übli­cher­wei­se denkt oder zu wis­sen glaubt.« Es ver­mit­telt ganz klar, dass man für außer­ge­wöhn­li­che Fotos nicht weit rei­sen muss. Das Gute liegt oft vor der Haustür. Ich kann das Buch jedem emp­feh­len, der sich für Fotografie begeis­tert. Ich habe per­ma­nent den Drang ver­spürt, Zelt und Schlafsack ein­zu­pa­cken, los­zu­zie­hen und es den German Roamers gleich­zu­ma­chen. Für mich ist es die bes­te Neuerscheinung der letz­ten Jahre. Es ist 100% emp­feh­lens­wert!

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Und nach dem Lesen des Buches habe ich mir eine rote Hängematte gekauft 🙂

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