*Disclaimer: Dieser Beitrag ist im Rahmen einer bezahl­ten Partnerschaft mit ACDSee ent­stan­den. Die Software ACDSee Photo Studio Ultimate 2019 wur­de mir kos­ten­frei zur Verfügung gestellt.

Kürzlich erreich­te mich eine Anfrage der Presseagentur von ACDSee, ob ich mir vor­stel­len kön­ne, ACDSee Photo Studio Ultimate 2019 auf mei­nem Blog vor­zu­stel­len. Sofort den­ke ich an die pho­ne­tisch gleich­klin­gen­de Hard-Rock-Band und sin­ge laut:

Cause I’m T.N.T.
I’m dyna­mi­te
T.N.T. and
I’ll win the fight […]

Die Software hat zwar nichts mit dem Hit von AC/DC aus dem Jahr 1976 zu tun, ist aber eben­falls ein Urgestein. Version 1.0 erschien bereits 1994, damals unter Windows 3.1. und gefühlt ist es genau so lan­ge her, seit ich ACDSee zum letz­ten Mal auf mei­nem Computer instal­liert habe. Und nun steht die frisch polier­te, top moder­ne Software ACDSee Photo Studio Ultimate 2019 vor mir. Sie plat­ziert sich klar als Alternative zu Adobe Lightroom. Spannend! Dem muss ich nach­ge­hen; Womit wir gleich bei einer har­ten, aber zen­tra­len Einstiegsfrage sind:

Wer braucht überhaupt eine Alternative zu Lightroom?

Es ist ein wenig wie bei Kuhmilch. Alternativen braucht man erst bei Laktoseintoleranz; oder aus Überzeugung. Wenn man ehr­lich ist, dann gibt es für ACDSee nur drei mög­li­che Gründe:

  • Man ist genervt vom kos­ten­pflich­ti­gen Abo-Modell von Adobe
  • Man fin­det für Lightroom kei­ne funk­tio­nie­ren­de Raubkopie im Internet
  • Man ist blu­ti­ger Einsteiger, goo­gelt nach »Bildbearbeitung« und lan­det auf die­sem Blogbeitrag

Das Lizenzmodell von ACDSee

Die oben auf­ge­führ­ten Gründe sind bewusst über­spitzt dar­ge­stellt. Natürlich gibt es wei­te­re Gründe, sich für ACDSee zu ent­schei­den. Der Kostenfaktor ist aber ein wesent­li­cher Aspekt, der den Unterschied zum Adobe-Platzhirsch bil­det. ACDSee Photo Studio Ultimate 2019 gibt es als lebens­lan­ge Lizenz für aktu­ell nur 91,95 EUR.

acdsee photo studio 2019 - Lizenzmodell Miete

Wer wei­te­re ACDSee-Anwendungen nut­zen möch­te, etwa Photo Studio für den Mac, oder den Cloud-Speicher, der kann sich für einen Abo-Plan ent­schei­den. Grundsätzlich ste­hen zwei Varianten zur Auswahl:

acdsee photo studio 2019 - kaufen

Und bevor du jetzt ver­zwei­felst ver­suchst, den Unterschied zu fin­den: Er liegt in der Anzahl der genutz­ten Endgeräte. Mit dem Personal-Plan kann die Software nur auf einem PC instal­liert wer­den; die Home-Variante hin­ge­gen auf bis zu fünf Computern. Gleichzeitig steht ein Cloud-Speicher von 50 GB zur Verfügung, beim Personal-Plan hin­ge­gen nur 10 GB.

ACDSee Photo Studio Ultimate 2019 – Ein kurzer Testbericht

Schauen wir uns nun an, was die Software leis­tet und ob sie ihr Geld wert ist.

Installation und erster Start

Die Installation ist voll­kom­men unkom­pli­ziert. Nach dem Download der rund 300 Megabyte klickt man klas­sisch auf »Weiter«, »JA«, »Weiter« […] FERTIG. Es besteht jedoch der Zwang, sich per Mail zu regis­trie­ren, in der heu­ti­gen Zeit lei­der üblich.

Der ers­te Start hin­ge­gen ist ein­fach und struk­tu­riert. Bilderordner ange­ben, Pfad für die Datenbank (den »Katalog«) wäh­len und schon beginnt die Schnellstart-Anleitung. Sie erklärt die wesent­li­chen Funktionen, in einer sehr anschau­li­chen Darstellung.

acdsee-photacdsee photo studio 2019 - Schnellstart - Hilfe

Die Bildverwaltung

Ich habe ein paar RAW-Dateien aus mei­nem Bild-Archiv kopiert, um die Verwaltung der Fotos in ACDSee zu tes­ten. Alles erin­nert mich stark an Lightroom. Hat da jemand abge­guckt? Eine echt gute Kopie […] mei­ner Fotos 😉acdsee photo studio 2019 - Bilder verwalten

Die Kachelansicht ist in der Größe varia­ble. Links navi­giert man durch die Ordnerstruktur, rechts ste­hen die Metadaten zum Foto. Sehr schön ist auch das schwar­ze Design. Es gefällt mir auf Anhieb.

Auffällig ist, dass mei­ne DNG-Dateien aus Lightroom nicht gele­sen wer­den kön­nen. Betroffen sind aber nur die DNGs, die ich in Lightroom als Panorama oder Belichtungsreihe zusam­men­ge­setzt habe. Sehr scha­de. Jetzt kann ich euch die bes­ten Bilder nicht zei­gen. Stattdessen kommt eine Fehlermeldung:

acdsee photo studio 2019 - Bilder verwalten - DNG Problem

Mit den nati­ven NEF-Dateien mei­ner Nikon D800 klappt es aber ohne Probleme.

Die RAW-Entwicklung

Im zwei­ten Schritt tes­te ich die RAW-Entwicklung und wechs­le dazu ins Modul »Entwicklung«. Ich ver­wen­de ein Foto der Anse Source d’Argent von den Seychellen – an die­sem Strand habe ich übri­gens gehei­ra­tet 🙂

acdsee photo studio 2019 - RAW-Entwicklung

Den Filmstreifen unten blen­de ich aus, um mehr Platz beim Bearbeiten zu haben. Als Lightroom-Nutzer füh­le ich mich sofort zuhau­se. Nur die Optik der Regler ist nicht ganz so hübsch.
Die RAW-Entwicklung begin­ne ich klas­sisch von oben nach unten und star­te mit den Grundeinstellungen.

Das Bedienfeld »Allgemein«

Etwas unge­wöhn­lich ist die Richtung der Regler. Ich möch­te die Lichter auf­hel­len, zie­he den Regler »Lichtaufhellung« nach rechts, erhö­he damit wie gewünscht die Zahl, aber das Bild wird dunk­ler? Der Regler soll­te wohl bes­ser „Lichter ret­ten“ hei­ßen. Oder mit­tig star­ten und mit posi­ti­ven und nega­ti­ven Werten das machen, was man bei Tiefen/Lichter aus Lightroom kennt.
Gleiches gilt beim Fülllicht (mit drei l, Donnerwetter). Hier hät­te ich erwar­tet, dass man die Schatten auf­hel­len kann. Der Regler wirkt sich aber aufs gesam­te Bild aus. Es ist qua­si nur ein etwas sub­ti­le­rer Belichtungsregler. Ich will aber nur die Schatten auf­hel­len und nicht den ohne­hin schon viel zu hel­len Himmel mit­zie­hen. Sicher nur Gewöhnungssache.

Das Bedienfeld »LightEQ« und »FarbEQ«

An die­ser Stelle muss ich mei­ne nega­ti­ven Worte zum Tiefen/Lichter-Regler revi­die­ren. Denn unter dem Bereich »LightEQ« ver­steckt sich das, was mir gefehlt hat. Hier lässt sich direkt mit dem Cursor ein Bereich im Bild selek­tiv auf­hel­len oder abdun­keln. Das ist sehr gut gelöst.
Dasselbe Prinzip, nur auf Farben bezo­gen, fin­det man unter den FarbEQ-Einstellungen. Sozusagen die HSL-Einstellungen in Lightroom.
An die­ser Stelle ist ein wenig Fingerspitzengefühl gefragt, denn man kann es mit den Reglern schnell über­trei­ben und ris­kiert dann Tonwertabrisse. Hier ein Beispiel:

acdsee photo studio 2019 - Bilder entwickeln

Bild begradigen

Erst jetzt fällt mir auf, dass das Bild schief ist. Ich hat­te es damals aus der Hand auf­ge­nom­men, weil ich zu spät zum Sonnenuntergang am Strand war. In ACDSee suche ich ein wenig nach der pas­sen­den Funktion, fin­de sie dann aber im Tab unter »Geometrie«. Hier sind unzäh­li­ge Einstellungen vor­han­den, die mich ein wenig über­for­dert haben, aber den­noch zum Ziel füh­ren.

acdsee photo studio 2019 - Bild begradigen

Ich akti­vie­re gleich noch die Objektivkorrektur, wun­de­re mich aber, das mein Nikkor 24-70 f/2.8 nicht erkannt wird. Stattdessen wird mir ein 35-mm-Objektiv vor­ge­schla­gen.

acdsee photo studio 2019 - Objektivkorrektur

Warum hier die Automatik nicht funk­tio­niert bleibt unklar. Zumal das 24-70 bei den EXIF-Daten rich­tig ange­zeigt wird. Ich fin­de es aber in der Auswahlbox und kli­cke es manu­ell an.

Weitere Einstellungen und Effekte

Die wei­te­ren Regler sind selbst­er­klä­rend. Die Gradationskurve funk­tio­niert wie erwar­tet. Unter »Effekte« las­sen sich noch ein paar Voreinstellungen aus­wäh­len. Insgesamt 21 Fotoeffekte ste­hen zur Verfügung. Ganz nett fin­de ich den »Düster-Effekt«, weil er ein wenig an den mat­ten Look hip­per Instagram-Profile erin­nert.

acdsee-photacdsee photo studio 2019 - Bildbearbeitung mit Filtern und Effekten

Nachdem der Look steht (und nein, ich habe den Düster-Effekt nicht über­nom­men), folgt noch das Nachschärfen des Fotos. Auch hier funk­tio­niert ACDSee nach dem glei­chen Prinzip wie Lightroom. Im Tab »Detail« fin­det man alle rele­van­ten Regler. Auch das Maskieren mit der gewohn­ten Kantenhervorhebung in Schwarz-Weiß funk­tio­niert tadel­los.

acdsee photo studio 2019 - RAW-Entwicklung - nachschärfen

Alle Entwicklungseinstellungen wer­den anschlie­ßend in eine XMP-Datei expor­tiert. Das Prinzip ist damit stan­dar­di­siert, ähn­lich wie in der Adobe Bridge. ACDSee spei­chert die Entwicklungsschritte also nicht in einer Katalog-Datenbank wie in Lightroom. Das Ganze hat bekannt­lich Vor- und Nachteile.

Die Bildbearbeitung

Hier war ich echt über­rascht. ACDSee Photo Studio Ultimate 2019 lie­fert sogar ein eige­nes Modul zur Bildbearbeitung mit. Anders als in Lightroom ist man also nicht gezwun­gen zu Photoshop zu wech­seln.

Und der Funktionsumfang des Bearbeiten-Moduls in ACDSee ist durch­aus sehens­wert und umfang­reich. Auch hier ist die Schnellstart-Anleitung ein guter Einstieg, um sich zurecht zu fin­den.

acdsee-photacdsee photo studio 2019 - Schnellstart - Hilfe

Sogar das Arbeiten mit Ebenen ist mög­lich. Großartig. Es ste­hen alle Werkzeuge zur Verfügung, die man für ein­fa­che Basis-Retuschen benö­tigt.

acdsee photo studio 2019 - Bearbeiten Menü

In mei­ner Landschaftsfotografie mache ich davon aber nur sel­ten Gebrauch. Deshalb gehe ich an die­ser Stelle nicht wei­ter auf das Bearbeiten-Modul ein. Aber es exis­tiert 🙂

Export der Bilder

Wichtig für mich ist ein unkom­pli­zier­ter Export mei­ner Fotos. Ich foto­gra­fie­re aus­schließ­lich im RAW-Format und bin dar­auf ange­wie­sen, JPG-Dateien für diver­se Anwendungen zu gene­rie­ren. Sei es für Fotos im Blog, Postings auf Facebook oder auf Instagram.

Auch hier erin­nert wie­der alles stark an Adobe Lightroom. Mit einem Rechtsklick (oder per Shortcut) erreicht man die Stapel-Verarbeitung zum Exportieren. 

acdsee photo studio 2019 - Fotos exportieren

Hier tref­fe ich die übli­chen Einstellungen zur Größe, dem Format, dem Dateinamen und den inte­grier­ten Metadaten. Jede die­ser Einstellungen kann man als Voreinstellung abspei­chern, um sie für nach­fol­gen­den Exporte zu ver­wen­den.

acdsee photo studio 2019 - Fotos exportieren

Wie gut kann man von Lightroom auf ACDSee umsteigen?

Das ist eine sehr span­nen­de Frage und der Grund war­um ich mich zu die­sem Testbericht ent­schlos­sen habe. Ist ein Wechseln von Lightroom zu ACDSee ver­lust­frei mög­lich? Unter »ver­lust­frei« ver­ste­he ich die Mitnahme aller Bildbearbeitungsschritte, Bewertungen, Stichwörter und Sammlungen?

Prinzipiell funk­tio­niert der Import einer Lightroom-Datenbank. ACDSee hat der Migration von Lightroom sogar eine eige­ne Hilfeseite gewid­met. Unterstützt wer­den Sammlungen, Stichwörter, Bewertungen und Farbetiketten.

acdsee photo studio 2019 - Lightroom Import

Es wer­den aber kei­ne Bearbeitungsschritte der RAW-Dateien über­nom­men, was tech­nisch auch nicht zu erwar­ten war, denn die Algorithmen und Regler unter­schei­den sich je nach Software.

Fazit

ACDSee Photo Studio ist zwei­fel­los eine gute Software. Das Lizenzmodell ist trans­pa­rent und punk­tet mit einer ech­ten Kaufversion. Wer auf der Suche nach einer Bildverwaltungs- und Bearbeitungssoftware ist, ohne Abo-Zwang, wird auf dem Markt kaum Alternativen zu ACDSee fin­den. Auch die Performance über­zeugt. Die Software ermög­licht eine schnel­le Bewertung der eige­nen Fotos, da für die ers­te Ansicht die inte­grier­ten JPG-Vorschauen der RAW-Dateien ver­wen­det wer­den. Ein Import von Fotos ist nicht not­wen­dig, da direkt auf der Ordnerstruktur gear­bei­tet wird.

Wer aus der Adobe-Welt kommt und über einen Wechsel von Lightroom nach­denkt, wird an der ein oder ande­ren Stelle ent­täuscht sein. Es ist lei­der kei­ne Übernahme der Lightroom-Bearbeitungen mög­lich. Zudem gibt es (noch) Probleme bei DNG-Dateien, die in Lightroom als HDR oder Panorama erzeugt wur­den. Da es ACDSee Photo Studio Ultimate 2019 nur für Windows gibt, ich aber aus­schließ­lich auf dem Mac arbei­te, kommt für mich ein Wechsel ohne­hin nicht in Frage. Als Apple-Nutzer muss man hier sprich­wört­lich in den sau­ren Apfel bei­ßen.

Wenn du aber weder Mac- noch Lightroom-Nutzer bist, soll­test du dir ACDSee Photo Studio Ultimate 2019 in jedem Fall anschau­en. Du kannst die Software 30 Tage tes­ten, mit unein­ge­schränk­tem Funktionsumfang!

Cause I’m T.N.T.