Die Teufelsmauer ist ein belieb­ter Fotospot im Harz. Besonders spek­ta­ku­lär – und bis­her auch sel­ten – sind Fotos von der Milchstraße über der Teufelsmauer.
Doch wo genau liegt die Teufelsmauer über­haupt? Welche Felsformationen sind beson­ders inter­es­sant? Wie kommt man da hin? Wo stellt man das Auto am bes­ten ab? Welchen (Wander-) Weg soll­te man gehen? Diese Fragen klä­ren wir gleich.

Die Motivation: warum das Ganze?

Ich wache auf und streich­le mei­ne Frau grei­fe zum Smartphone. Instagram, Facebook, 500px: über­all sehe ich Bilder von der Milchstraße. Aufgenommen haupt­säch­lich in den Alpen, zusam­men mit beleuch­te­ten Zelten, die uns Romantik sug­ge­rie­ren sol­len. Es wirkt! Innerlich ist der Rucksack schon gepackt und ich bin auf dem Weg. Das Stativ wird auf­ge­stellt. Doch dann kommt das Erwachen: ich woh­ne nicht in den Alpen, son­dern in einer deut­schen Großstadt. Die höchs­ten Berge sind hier die Hochhäuser. Sterne sieht man kei­ne, nur Lichtverschmutzung.
Ein schwe­res Los für Landschaftsfotografen und Abenteurer im Herzen, wie mich. Doch ich woh­ne in Halle (Saale) und der Harz ist nur eine Autostunde ent­fernt. Der Harz bie­tet vie­le inter­es­san­te Fotospots, die Teufelsmauer ist einer davon.

Wo genau ist die Teufelsmauer im Harz?

Startet man die Recherche nach der Teufelsmauer, lan­det man auf Wikipedia und liest dort:

Die Teufelsmauer im Landkreis Harz in Sachsen-Anhalt ist eine aus har­ten Sandsteinen der obe­ren Kreide bestehen­de Felsformation im nörd­li­chen Harzvorland, die auf etwa 20 km Länge von Ballenstedt über Rieder und Weddersleben bis nach Blankenburg (Harz) ver­läuft.

Aha. Die Teufelsmauer ist also qua­si die Chinesische Mauer im Harz und sie taucht über­all auf? Wie unkon­kret, denkt man sich. Wo soll ich denn nun mein Stativ auf­stel­len?

Welche Felsformationen sind besonders interessant?

Besonders inter­es­sant ist die Teufelsmauer bei Weddersleben, in der Nähe von Thale. Davon hast du sicher schon gehört. So sieht es bei Nacht aus:

Teufelsmauer Weddersleben im Harz bei Nacht mit Milchstraße

Nikon D800 – 20 mm – f/2.0 mit 20 Sekunden bei ISO 2000

Leider, und das möch­te ich nicht ver­schwei­gen, ist die Lichtverschmutzung enorm. Ja, auch im Harz wur­de die Elektrizität ent­deckt. Selbst klei­ne Dörfer wie Weddersleben und Neinstedt wer­den mit Licht ver­schmutzt. Parallel zur Teufelsmauer ver­läuft eine Straße. Fahrende Autos sieht man bei Nacht gefühlt aus 10 km Entfernung ins Objektiv schei­nen. Trotzdem ist die Teufelsmauer bei Nacht ein loh­nen­des Motiv. Ich will dir den Spaß nicht ver­der­ben.

Nimm dein (Ultra-) Weitwinkelobjektiv mit, um genü­gend Felsen und Himmel aufs Bild zu bekom­men. Ich nut­ze das Walimex Pro 14mm f/2.8 oder das Nikkor 20 mm f/1.8 (Achtung, Affiliate-Links, ich will dich zum Kauf ani­mie­ren und rich­tig reich wer­den). Am bes­ten erstellst du ein Panorama, um mög­lichst viel vom Himmel aufs Bild zu bekom­men. Für mein fina­les Foto habe ich neun Querformat-Aufnahmen zu einem Panorama zusam­men­ge­setzt. In Adobe Lightroom CC geht das pro­blem­los.

Wie kommt man zur Teufelsmauer und wo parkt man das Auto?

Die Anreise kannst du bequem mit Google Maps pla­nen. Dazu brauchst du mich nicht. Hier ist die Adresse fürs Navi:

Teufelsmauerstr. 17D
06502 Thale

Es gibt einen Besucherparkplatz zwi­schen Weddersleben und Neinstedt, der ist aus­ge­schil­dert. In der Nacht ist es am ein­fachs­ten, wenn du direkt am Weg parkst. Ich habe dir eine Karte hin­ter­legt, damit soll­te alles klar sein.


Was ist noch in der Nähe?

Die Teufelsmauer in Weddersleben ist schnell foto­gra­fiert. Du bist den wei­ten Weg gefah­ren und willst noch einen zwei­ten Spot mit­neh­men? Dann steig ins Auto und fah­re noch 10 min bis nach Timmenrode, zu fol­gen­der Adresse:

Am Stadtweg
06502 Timmenrode

Das Auto kannst du dort abstel­len, nachts ist da nie­mand. Weiter geht es zu Fuß. Nach ca. 5 Minuten erreichst du das Hamburger-Wappen an der Teufelsmauer.


Besonders inter­es­sant ist die klei­ne Höhle – oder bes­ser gesagt der klei­ne Durchgang, der sich dort befin­det. Die Milchstraße sieht man von hier aus deut­lich kla­rer, denn die Lichtverschmutzung ist spür­bar gerin­ger. Es sind kei­ne Straßenlaternen im Sichtfeld.
Nimm dir eine Taschenlampe mit, am bes­ten eine mit far­bi­gem Licht. Wer auf Light-Painting steht, kann sich hier rich­tig aus­to­ben. 

Hamburger Wappen Timmenrode im Harz

Nikon D800 – 20 mm – f/2.0 mit 20 Sekunden bei ISO 2000

Leider hat­te ich an die­sem Abend tech­ni­sche Probleme mit dem Fokus mei­nes Objektives. Daher kann ich dir kei­ne wei­te­ren Bilder zei­gen. Fahr am bes­ten sel­ber hin und füt­te­re dei­ne SD-Karte mit Aufnahmen der Milchstraße. Ich bin gespannt 🙂