Hast du schon mal mit dem Gedanken gespielt, einen eigenen Fotoblog zu betreiben? Eine eigene Webseite? Am Beispiel von Blogografie.de möchte ich Dir zeigen, ob sich das lohnt. Der Blog ist klein und unbekannt. Keine große Webseite. Nichts was mit riesen Aufwand verbunden wäre. Es ist einfach nur ein kleiner Blog über Fotografie.

Die Schattenseiten eines eigenen Fotoblogs

Am Anfang interessiert sich niemand für dich

Ein Blog ist zunächst ein Monolog, das kann schnell frustrieren. Es gibt nur wenig Interaktion. Oder hast du schon mal die Kommentarfunktion meines Blogs benutzt? Erwischt! Ich tröste mich dann mit den Statistiken von Google Analytics. Dort sehe ich, dass es monatlich 4000 Besucher sind, die ihre Spuren auf meinem Blog hinterlassen. 

Der Aktivitätsdruck

Jeder Blogbeitrag hat ein Datum. Und das rutscht schnell in die Vergangenheit. Dann kommt der innere Druck: »Ich muss wieder etwas Neues schreiben«. Die Leser erwarten Regelmäßigkeit. Das kostet Zeit. Mit Job und Familie ist das nicht immer leicht, vor allem, wenn man inhaltlich gute Beiträge abliefern will.

Die Welt nur noch in Blogbeiträgen sehen

Auch das ist eine Angewohnheit, die sich unterschwellig einstellt. Irgendwann denkt man nur noch in Blogbeiträgen. Man versucht gewisse Erlebnisse zu erzwingen, um sie auf dem Blog konservieren zu können. Das kann stressig werden.

Was spricht für einen Fotoblog?

(1) Die freie Gestaltung der Inhalte

Ein Blog ist das Herzstück der digitalen Persönlichkeit. Auf deinem Blog bist du der Chef: es gibt keine Vorschriften. Du entscheidest in welcher Auflösung und Qualität deine Bilder präsentiert werden. Es gibt keinen Algorithmus, der deinen Lesern vorschreibt, welche Inhalte sie zu sehen bekommen. Deine Blogbeiträge werden unabhängig in der Mitte des World Wide Web platziert.

seychellen - little planet

Du bist nicht abhängig von irgendwelchen Plattformen. Dennoch kannst Du Deine Beiträge auf Facebook, Instagram & Co teilen.

(2) Ein Blog diszipliniert

Du kennst das sicher. Du kommst von einer Reise zurück und hast mehr als 2000 Fotos im Gepäck. Stolz präsentierst du sie deinen Freunden: und zwar alle! In den Weiten des Internets klappt das nicht. Die Leute klicken dir davon. Du bist also »gezwungen« nur die besten 5-10 Bilder zu präsentieren. Das ist verdammt schwer. Aber ein Blog hilft ungemein sich zu disziplinieren. Weniger ist mehr.

(3) Anreiz für neue Themen

Mit einem Blog wird es nie langweilig. Es gibt immer einen Grund sich mit neuen Themen zu beschäftigen oder irgendwo hinzufahren. Man experimentiert mit verschiedenen Techniken, setzt sich mit aktuellen Trends auseinander, berichtet von Veranstaltungen und festigt sein Wissen. Nebenbei lernst du das Schreiben. Wie ist eigentlich der Plural von Blog? Die Blögge? Wer weiß. Aber eins ist Fakt: wenn du gelesen werden willst, musst du ansprechend schreiben können. Um das zu lernen, kann ich Dir die Bücher von Wolf Schneider sehr empfehlen. Besonders sein Werk: Deutsch für junge Profis: Wie man gut und lebendig schreibt (Affiliate-Link).

(4) Mit dem Blog Geld verdienen

Ein konträres Thema, ich weiß. Aber viele interessieren sich scheinbar für Geld. Eine Ernüchterung vorweg: die Einnahmen eines Blogs korrelieren mit der Aktivität, leider in einem unwirtschaftlichen Verhältnis. Wenn du einen Fotoblog aus finanziellen Gründen betreiben willst: lass es sein. Geh lieber Zeitungen austragen.

Bisher bezahlt mich niemand dafür, dass ich durch die Gegend reise und Blogbeiträge schreibe. Dennoch verdiene ich mit dem Blog ein wenig Geld. Zum Beispiel über den Verkauf von Fotos, die über meinen Blog in der Google-Suche gefunden werden. Auch meine Fotoworkshops im Harz und Elbsandsteingebirge sind ein indirektes Produkt meiner Blogbeiträge, die ebenfalls Einkommen generieren.

Außerdem nutze ich Affiliate-Marketing. Dazu verlinke ich hin und wieder auf Produkte bei Amazon. Es sind alles Sachen die ich selbst bezahlt habe und aus voller Überzeugung empfehlen kann. Klickt ein Leser auf diesen Link und kauft ein beliebiges Produkt, erstattet mir Amazon eine Provision. Ich weiß: über Geld spricht man nicht. Darum schreibe ich auch nur darüber. Hier mal exemplarisch die Werbekostenerstattungen der letzten 12 Tage:

Geld mit Blog verdienen - Amazon-Affiliate

An dieser Stelle herzliche Grüße an die weiblichen Leser meines Blogs, die sich neue Schuhe bestellt haben. Bitte lauft mir nicht davon!

(5) Erinnerungen konservieren

Was ich eingangs als Nachteil beschrieben habe, ist gleichzeitig ein Vorteil. Wenn ich mehr als 2000 Wörter über eine Wanderung im Allgäu mit Freunden schreibe ist dieser Blogbeitrag nach einigen Jahren ein wertvolles Stück Erinnerung – auch für die Mitreisenden. Details verblassen, aber im Blog werden sie für immer konserviert: in aller Ausführlichkeit.

(6) Kooperationen und Freundschaften

Ein Blog ist ein gutes Instrument um auf sich aufmerksam zu machen. Über einen Buchreview bin ich z.B. in Kontakt mit Stephan Wiesner gekommen. Seitdem arbeiten wir zusammen.

Ich bekomme auch teils sehr persönliche Nachrichten, z.B. von Alice aus der Schweiz, die in meinem Beitrag über die Wanderung zur Anse Marron ihren alten Freund Henry wiedergefunden hat. Auch aus meiner Heimatstadt haben sich alte Freunde wiedergemeldet. Und neue kamen dazu: Fotografie verbindet.

fotografieren beim workshop im elbsandsteingebirge

Fazit

Zögere nicht, starte einen eigenen Fotoblog. Es lohnt sich! Du hast bereits einen? Dann verlinke ihn gern in den Kommentaren. Call to Action.